Hanf hilft gegen Winterblues

Winterblues

Lichttherapie in der Indoor-Plantage

Rund zehn Millionen Bundesbürger leiden daran, und eigentlich hilft nur die Flucht in den sonnigen Süden, wenn es einen erwischt: Man ist niedergeschlagen, besitzt wenig Power, leidet unter Konzentrationsmangel, Lustlosigkeit oder hat Heißhunger auf kalorienreiche Speisen. Diese Anzeichen sind typisch für den Winterblues. Der wiederum ist eine leichtere Form der kurz SAD (Saisonal Abhängige Depression) genannten seelischen Verstimmung, die immer eine Auswirkung des hier herrschenden Lichtmangels während des Winterhalbjahres ist. Aber: Indoor-Grower können dem Winterblues ein Schnippchen schlagen.

Kurze Tage haben Folgen: Man steht im Dunkeln auf, geht im Dämmerlicht zur Arbeit, hält sich dort den ganzen Tag über unter künstlichem Licht auf, bis man sich in der Dunkelheit wieder auf den Heimweg macht. Unsere ganze Umgebung ist mit Beleuchtungsstärken von höchstens 500 Lux (Maßeinheit für die Beleuchtungsstärke) ausgestattet, während die Sonne bei klarem Himmel locker auf 100.000 Lux kommt. Natürliches Licht sieht man im Winter allenfalls noch beim Wochenend-Spaziergang oder eben im Urlaub in sonnigeren Gegenden. Zum Wohlfühlen brauchen Menschen jedoch täglich rund zwei Stunden Lichteinstrahlung mit einer Intensität von 2.500 Lux.

Hier setzt nun die “Lichttherapie” an, die in bis zu 80 Prozent der Fälle Heilung bringen soll. Die Patienten bekommen täglich eine Lichtdusche von zwei Stunden Dauer. Durch sehr helles Licht erhöht sich die Aktivität der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, die als “Gute-Laune-Macher” bezeichnet werden. Gleichzeitig wird die Produktion des Schlaf fördernden Hormons Melatonin gehemmt. Bereits nach einer Woche stellt sich eine deutliche Besserung der Beschwerden ein. Die Therapie sollte bei den ersten Anzeichen der Depression beginnen und möglichst über das gesamte Winterhalbjahr fortgeführt werden.

Tipp

Selber testen, ob man unter Depressionen leidet: Im Internet unter der Adresse www.kompetenznetz-depression.de/depression/test.htm

Was liegt für Hanfgärtner also näher, als sich häufig im Pflanzraum aufzuhalten und mittels der Hochdrucklampe eine eigene Lichttherapie zu machen? Die Zusammensetzung des Leuchtmittels entspricht weitgehend dem Spektralbereich des natürlichen Lichts. Allerdings sind die Growing-Lampen viel lichtintensiver (50.000 Lux) als die medizinischen Lichttherapiegeräte (2.500 Lux). Außerdem sind bei den Therapielampen die UV-Strahlen ausgefiltert. Deshalb darf man niemals direkt in eine Hochdrucklampe hineinschauen, während das bei den medizinischen Lampen für ein paar Minuten pro Sitzung Pflicht ist.

Trotzdem tut der Aufenthalt im Pflanzraum gut, denn zusätzlich zur Lichtdusche gibt es noch den Sauerstoff, den die Pflanzen produzieren. Gute Luft, viel Licht und das Glücksgefühl beim Gärtnern lassen dem Winterblues dann keine Chance.

Bücher

Rosenthal, Norman E./Kasper, Siegfried (1998): Licht-Therapie. Das Programm gegen Winterdepressionen. So entkommen Sie der tristen Stimmung in der dunklen Jahreszeit (425 Seiten, 16,90 Mark).

Zulley, Jürgen/Wirz-Justice, Anna (Hrsg., 1999, 3. erweiterte und überarbeitete Ausgabe): Lichttherapie (218 Seiten, 29,80 Mark).

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