Indoor-Plantage

Hanf Indoor

Einrichten eines Zimmergartens

Unter Dach und Fach: Vom Wetter unabhängig, unter genau kontrollierbaren Bedingungen und ohne schädliche Außeneinflüsse wächst unser Grünzeug in der guten Stube. Gärtnern in den eigenen vier Wänden ist ein schöner und sinnvoller Zeitvertreib und macht richtig Spaß, wenn einige Grundlagen vorhanden sind: Platz, Licht, Luftaustausch und gleichmäßige Temperaturführung.

Der richtige Platz

Im Haus bieten sich wenig genutzte Zimmer, Dachböden oder Kellerräume an. Allerdings sollte man bei der Planung beachten, dass zum einen Frischluftzufuhr möglich ist und zum anderen fremde Personen wie Schornsteinfeger, Handwerker und Vermieter keinen direkten Zugang zum Pflanzraum haben. Ist das nicht machbar, muss man einen guten Sichtschutz anbringen. Findige Pflanzer arbeiten gerne mit versteckten Räumen. Das funktioniert, indem zum Beispiel ein Zimmer geteilt und die Tür zum abgetrennten Teil in oder hinter einem (verschiebbaren) Schrank untergebracht wird.

Soll der Pflanzraum auf Dauer angelegt werden, empfiehlt sich ein Bodenbelag aus Fliesen oder Linoleum. Er ist strapazierfähig, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und leicht zu säubern. Ansonsten legt man den Boden von Wand zu Wand mit weißer Folie aus. Die Wände sollen möglichst viel Licht reflektieren und werden deshalb mit weißer Innenraumfarbe gestrichen. Bewährt als Reflektoren haben sich sogenannte “Rettungsfolien”, das sind Decken aus silber- oder goldfarbigem Mylargewebe, die im Autozubehörhandel für rund fünf Mark pro Stück erhältlich sind.

Es werde Licht

Ohne Licht geht’s nicht – wobei zum Keimen der Samen das Tageslicht auf der Fensterbank völlig ausreicht. Bis zu einer Wachstumshöhe von 20 Zentimetern können Neonröhren (zum Beispiel Gro-Lux) eingesetzt werden, spätestens dann aber sollte man auf eine Hochdrucklampe umsteigen. Diese bietet die richtige Farbzusammensetzung sowie eine große Lichtausbeute bei relativ geringen Stromkosten. Passende Leuchtmittel sind mit Blauanteilen fürs Wachstum erhältlich oder mit rotanteiligem Licht für die Blüte. Bei der Anschaffung sparen lässt sich mit kombinierten Röhren, allerdings muss man insgesamt kleine Abstriche bei Wachstum und Blütenentwicklung machen. Ob ein Remote-Ballast-System oder eine Kompaktarmatur benutzt wird, hängt vom Geschmack des Käufers und der Tragfähigkeit der Decke ab, an welcher das Teil aufgehängt werden soll. Eine kompakte Armatur ist vergleichsweise schwerer, es muss aber nicht noch ein Extra-Platz für den Transformator gefunden werden wie beim Remote-System, Außerdem liegen keine Kabel im Weg herum.

Die Nacht muss dunkel sein

Hanf ist eine Kurztagpflanze, die auf einen 18-Stunden-Tag mit Wachstum und auf einen 12-Stunden-Tag mit Blüten reagiert. Um das richtig in den Griff zu bekommen, plant man am besten den Kauf einer blickdichten, schwarzen Folie ein, mit der Fenster oder Glastüren verhängt werden. Wer im Sommer indoor gärtnert, kennt das Problem zu hoher Temperaturen und betreibt seine Anlage am liebsten nachts. Da die Hochdrucklampen sehr hell leuchten, dient es auch dem Selbstschutz, wenn das Licht nicht nach draußen abstrahlt.

Pflanzen wollen atmen

Wenn der Heimgarten in einem Zimmer angelegt wird, hat man meist keine Probleme mit der Frischluftzufuhr: Fenster auf, das war’s. Auf Dachböden und in Kellern sieht es da etwas düsterer aus. Wenn kein Fenster vorhanden ist, muss entweder mit einem Abzugsventilator oder einer Klimaanlage gearbeitet werden – beides ist teuer und aufwendig.
Ohne Frischluft klappt der Stoffwechsel der Pflanzen nicht, sie stellen über kurz oder lang ihr Wachstum ein. Deswegen kommt diesem Punkt größte Bedeutung zu. Genauso wichtig ist die Luftbewegung, ohne die die Stängel weich und kraftlos bleiben. Mit einem Ventilator kann man dafür sorgen, dass alle halbe Stunde ein frischer Wind durch die Plantage weht.

Treibhausklima vermeiden

Hanfpflanzen mögen keine gestaute Wärme und verweigern jeglichen Vegetationsfortschritt, wenn die Temperaturen nicht stimmen. Als Optimum gilt: “Tagsüber”, wenn die Lampe brennt, sollte eine Höchsttemperatur von 24 Grad Celsius nicht überschritten werden, im Dunkeln darf es bis auf 16 Grad heruntergehen, besser sind 18 Grad.

Starter-Equipment

Wände gestrichen, Fenster mit Folie verdunkelt, Lampe aufgehängt, Ventilator angeschlossen. Fehlen eigentlich nur noch die Pflanzen. Falsch. Am Anfang reichen zwar eine flache Schale mit Aussaaterde, in welche die Hanfsamen eingesät werden, und eine Gießkanne mit Brausekopf. Sobald die Pflänzchen größer werden, kommt man um die Anschaffung größerer Kästen oder Töpfe nicht herum. Für diese benötigt man Pflanzerde, und um die Pflanzen umsetzen zu können, sind noch ein paar Werkzeuge wie Handschaufel, Grubber zum Lockern und Pikierholz nützlich.

Mobiliar überflüssig?

Im Prinzip ja. Wenn die Pflanzen groß sind, reicht als Möbelstück ein Ventilator, der ihnen bewegte Luft zufächelt. Solange die Hänflinge klein sind, ist ein Tisch nicht schlecht. Der Pflanzer kann bei der Arbeit stehen wie an einem Hochbeet. Auch die Umtopferei wird bedeutend einfacher, wenn man nicht am Boden gebückt herumwerkeln muss. Alles andere hat im Pflanzraum nichts verloren und dient nur als Staubfänger. Außer vielleicht einem Stuhl, auf dem sich der Gärtner niederlassen und seine Lieblinge in Ruhe betrachten kann.

Vorschlag: GrowLab™ V 2.0

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