Jetzt wird’s eng!

Jetzt wird's eng!

Bauernregel

Stellt im April sich Regen ein, so hat man keinen Sonnenschein!

April, das ist der Monat, in dem sich das Wetter nicht entscheiden kann: Winterlich nasskalt oder sommerlich heiß, stürmisch oder lau, oft alles auf einmal oder in raschem Wechsel. Das ist Abhärtung pur für unsere Pflanzen, die langsam, aber sicher an das Outdoor-Leben gewöhnt werden müssen. Schon aus Platzgründen, denn auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus wird es jetzt ziemlich eng.

Erste Aktion: Umtopfen

Wenn die Sämlinge heranwachsen, drängen sie sich in der Saatschale und konkurrieren um Licht und Wurzelraum. Das lässt sich vermeiden, indem man die jungen Pflänzchen sobald wie möglich vereinzelt. Der richtige Zeitpunkt dafür: sobald die ersten gezähnten Blätter vollständig ausgebildet sind und die nächste Triebspitze erscheint.
Mit einem Hölzchen oder einem Pikierstab lockert man die Erde um die Wurzel herum etwas auf. Dann wird die Pflanze behutsam am Stiel angefasst und mit Unterstützung des Stabes aus der Erde gezogen, wobei man darauf achtet, dass die Wurzeln keinen Schaden nehmen. In einen vorbereiteten Topf mit gutem Pflanzsubstrat einsetzen, etwas andrücken und vorsichtig angießen. Nicht gleich in die Sonne damit, das vertragen die frisch umgetopften Setzlinge nicht besonders gut. Bis sie richtig Fuß gefasst haben, stellt man sie lieber halbschattig und vor harten Winden geschützt auf.

Gewächshaus lüften

An sonnigen Tagen sollte das Gewächshaus gut durchgelüftet werden, um Schimmel und Schädlinge fern zu halten. In diesem Fall wässert man besser zweimal pro Tag, denn in den engen Pflanztöpfen trocknet die Erde unter der Sonneneinstrahlung stark aus. Mehrmaliges Besprühen mit kalkfreiem Wasser setzt die Verdunstung herab und ist besonders in der Wachstumsphase zu empfehlen, wenn neue Triebe gebildet werden. Allerdings sollten die Pflanzen abgetrocknet in die Nacht gehen, deshalb lieber morgens und im Schatten sprühen. Sonnenstrahlen auf Wasserflecken verursachen Brandflecken auf Blättern. Das Gleiche gilt für die Fensterbrett-Plantage. Hier sollte man vor allem nach dem Sprühen beim Lüften unbedingt Durchzug vermeiden!

Sind die Außentemperaturen anhaltend niedrig oder sinken sie nachts in den Frostbereich, hält eine Noppenfolie über dem Gewächshaus oder Frühbeetkasten die Wärme besser drinnen, und das Wachstum geht zügiger voran.

Abhärtung tut Not

Sind die Hänflinge am Wohnzimmerfenster aufgewachsen und sollen ins Freiland ausgepflanzt werden, müssen sie zuvor abgehärtet werden. Ein abrupter Wechsel vom gleichmäßig temperierten Innenraum in die freie Natur könnte sonst rasch zu Ausfällen führen. Die Pflanzen kommen zu Beginn nur eine bis zwei Stunden an die frische Luft. Man stellt sie in den Halbschatten an einen geschützten Ort (Dachvorsprung, Hecke, Hausmauer) und achtet darauf, dass ihnen der Wind nicht zu sehr um die Blätter weht.

Wenn es innerhalb des Hauses möglich ist, werden die Hänflinge dann nicht mehr so warm platziert, sondern stehen bei kühleren Temperaturen, zum Beispiel an einem Flurfenster oder im ungeheizten Schlafzimmer. Dies beugt Schädlingen vor, und beim ständigen Wechsel von drinnen zu draußen sind die Temperaturen nicht zu unterschiedlich.
Mit der Zeit kann die Aufenthaltsdauer im Freien ausgedehnt werden. Sind die Pflanzen gut abgehärtet, dürfen sie über Nacht draußen bleiben (vorläufig mit Frostschutz). Mitte Mai, wenn die Eisheiligen vorüber sind, kann auch diese Vorsichtsmaßnahme entfallen. Die Setzlinge werden nun an ihre endgültigen Standorte verpflanzt.

Beete und Pflanzplätze vorbereiten

Für einen guten Start in die Sommersaison werden die Gartenbeete (oder vorgesehene Plätze in der freien Natur) so vorbereitet, dass sie bei günstiger Witterung Anfang Mai bepflanzt werden können. Das geht leicht, wenn man die richtigen Werkzeuge einsetzt: Eine Grabegabel dient zum tiefgründigen Lockern des Bodens, mit einer Hacke oder dem sogenannten “Sauzahn” wird die Oberfläche fein gekrümelt. Eine Handschaufel benötigt man für das Pflanzloch, und eine Gießkanne ist für die späteren Wassergaben auch nicht schlecht.

Für die jungen Pflänzchen wird jeweils eine im Durchmesser etwa 20 Zentimeter messende Grube ausgehoben, die zehn Zentimeter tief sein kann. Die Setzlinge dürfen jedoch im Gartenboden (alternativ im Kasten oder großen Topf) nicht tiefer stehen als im vorherigen Pflanzgefäß. Sie werden nach dem Einsetzen angedrückt und angegossen. Mit fortschreitendem Wachstum zieht man Erde in die Grube und häufelt diese um den Stiel herum an. Das ist gut für die größere Standfestigkeit der Pflanzen, da sich am Stiel unter der angehäufelten Erde neue Wurzeln bilden und für zusätzlichen Halt sorgen.

Bodentest oder nicht?

Wer in seinem eigenen Garten anbaut, weiß in der Regel um die Beschaffenheit seines Bodens. In erster Linie hängt diese natürlich von der geografischen Lage ab. Es spielt jedoch eine große Rolle, mit welchen Mitteln die Erde gedüngt, bepflanzt (Stichwort: Monokultur) oder bearbeitet wird. Auch das Kleinklima ist ein wesentlicher Faktor für die Struktur des Bodens. Nur ein Beispiel: Im Schatten ist Erde immer feuchter als an sonnenexponierten Stellen. Es siedeln sich andere Pflanzen an als am trockenen Standort.

Wer unsicher ist, welche Bestandteile der Boden enthält, kann selbst einen Test vornehmen – entsprechende Testsets für eine Prüfung auf Stickstoff, Kalium und Phosphor bekommt man in nahezu jedem Gartencenter. Dort werden hin und wieder auch Profi-Bodentests angeboten, zu denen etwa 500 Gramm Erde aus dem Garten mitgebracht werden sollten. Meist bekommt man zum Ergebnis des Tests noch Düngeempfehlungen, so dass die (durchschnittlichen) Kosten von rund 30 Mark gut angelegt sind.

Natürlich düngen

In einem naturnahen Garten wie einer Hanfplantage sind organische den mineralischen Düngern vorzuziehen. Die mineralischen Nährstoffe wirken zwar schnell und zielgerichtet, die Gefahr einer – kostspieligen und nachteiligen – Überdüngung ist jedoch groß. Was die Pflanze nicht sofort verbraucht, wandert ins Grundwasser – mit den bekannten schädlichen Folgen. Nitratbelastung und erhöhter Algenbewuchs in Gewässern sind nur zwei Beispiele dafür. Besser für den natürlichen Kreislauf sind Kompost, Bodenhilfsstoffe wie Kalk oder Gesteinsmehle sowie Hornspäne, Pferde- und Geflügelmist (Mist vorher ablagern). Diese Nährstoffe versorgen die Pflanze kontinuierlich und so, wie es das Wachstum erfordert. Außerdem reichert sich der Boden mit allerlei Lebewesen an, die den Stoffwechsel und den Luftaustausch in Schwung bringen. Ein aktiver, frischer Boden ist die Folge. Und darin wachsen Pflanzen gern.

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