Kleine Monster

Rote Spinnen

Sie haben Hanf zum Fressen gern, tauchen sowohl in Gartenzeitschriften als auch in der eigenen Plantage auf und füllen ganze Bücher über ihre Erscheinungsbilder und Bekämpfung: Schädlinge. Ungebetene Gäste, die sich aber mit den nötigen Mitteln wirkungsvoll vertreiben lassen. Wir zeigen euch die wichtigsten Parasiten und ihre Gegenspieler.

Blattläuse

Wohlbekannt und nahezu an allen Pflanzen zu Hause ist die Blattlaus. Allein in Deutschland sind über 800 verschiedene Arten bekannt, die sehr unterschiedlich gefärbt sind. Die Läuse sind bereits nach 10 bis 14 Tagen fortpflanzungsfähig, so dass während einer Saison bis zu zehn Generationen heranwachsen können. Eine einzige Laus-Mutter bringt rund 70 Jungläuse zur Welt, und alle saugen an der Wirtspflanze. Vor allem frische Triebe sind in Gefahr, von Lauskolonien besiedelt zu werden. Ältere Äste oder Blätter mögen die Parasiten nur, wenn es sich um eine entsprechend zuckerhaltige und zudem weichhäutige Pflanze handelt.

Nützliche Spritzmittel: Blattlausfrei Pirimol, Neem Schädlingsfrei, Neudosan, Promanal, selbst hergestellte Kaliseifenlauge.

Nützlinge als Rivalen: Florfliegen und räuberische Gallmücken Indoor und im Glashaus, Marienkäfer und Florfliegen sowie deren Larven, Schwebfliegen und Ohrwürmer im Freien.

Blattläuse besiedeln mit Vorliebe weiche Triebspitzen. So lange der Befall nicht zu massiv ist, können sie mit den Fingern oder einem scharfen Wasserstrahl entfernt werden.

Nützlings-Porträt: Die Gallmücke (Aphidoletes aphidimyza)

wird normalerweise in der Dämmerung aktiv und legt bis zu 100 ihrer winzigen Eier gezielt in der Nähe von Blattläusen ab. Das bräunlich-orange Insekt lebt tagsüber versteckt zwischen den Pflanzen und ist mit bloßem Auge gerade noch zu sehen. Nach dem Schlüpfen beginnen die Larven sofort damit, die Blattläuse auszusaugen. Nach etwa einer Woche “Schlaraffenland” wandern sie in den Boden, um sich dort zu verpuppen. Bis dahin hat eine Larve bereits an die 50 Blattläuse – das Mehrfache ihres Eigengewichtes – vertilgt.

Zehn Tage später schlüpfen die fertigen Gallmücken. Bereits am darauf folgenden Tag beginnen sie mit der Eiablage. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Aufgepasst: Im Kurztag (während der Hanfblüte) bleiben die Nützlinge verpuppt im Boden, deshalb sollten Gallmücken während der Wachstumsphase eingesetzt werden (18 Stunden Licht täglich). Die Mücken werden im Puppenstadium in einem Substrat versendet, aus dem schon nach wenigen Tagen die erwachsenen Insekten schlüpfen. Bei einer Temperatur von rund 22 Grad Celsius fühlen sie sich am wohlsten.

Rote Spinnen (Spinnmilben)

Den Namen “Spinnmilben” verdanken die Krabbler dem feinen Gespinst, das sie um Triebe und Blätter der befallenen Pflanzen weben. Die aktiven Tierchen sind in ihrer Behausung gut zu beobachten. Zunächst treten die Milben in kleinen Herden auf, können sich aber bei warmer, trockener Umgebung explosionsartig vermehren. Die Eier werden an den Blattunterseiten abgelegt, wo sich auch die geschlüpften Spinnen zumeist aufhalten. Sie schädigen ihre Wirtspflanzen, indem sie die Zellbahnen anstechen und die Pflanzensäfte aussaugen. Auf befallenen Blattpartien entstehen zunächst kleine Flecken, später wirken die Blätter aufgehellt. Mit einer Lupe kann man Eier und Milben erkennen und sofort entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Nützliche Gegenmittel: Neem Schädlingsfrei, Neudosan, Promanal, klares Wasser mit einem Schuss Spülmittel in kurzen Abständen gesprüht. Wenn man den Pflanzen danach für zwei Tage eine durchsichtige Folienhaube überzieht, ist die Wirkung noch besser, da Spinnmilben hohe Luftfeuchtigkeit meiden.

Nützlinge als Rivalen: Raubmilben Indoor und im Glashaus. Raubmilben, Blattwanzen und Florfliegen-Larven im Freien, falls dort überhaupt nötig.

Nützlings-Porträt: Die Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis)

Die Raubmilbe ist etwa gleich groß wie der Schädling, aber wesentlich beweglicher. Die jungen, blassrosa gefärbten Raubmilben erkennt man kaum, während die erwachsenen Tiere mit ihrer leuchtend roten Farbe und der tropfenförmigen Gestalt gut zu sehen sind. Bei einer Temperatur von 22 Grad Celsius entwickelt sich die Raubmilbe etwa doppelt so schnell wie die Spinnmilbe. Jede Raubmilbe saugt täglich bis zu fünf Spinnmilben, bis zu 20 Eier oder Nymphen aus, wodurch bei rechtzeitigem Einsatz ein Spinnmilbenbefall rasch unterdrückt wird.

Jedoch eignet sich Phytoseiulus für den prophylaktischen Einsatz weniger gut. Die Raubmilben sollten schon etwas Futter vorfinden, um gut zu gedeihen. Wenn keine Nahrung vorhanden ist, gehen die Nützlinge ein.

Will man Spinnmilben erfolgreich bekämpfen, ist im Pflanzraum eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent sehr wichtig. Andernfalls vermehren sich die Raubmilben nicht oder nur sehr langsam. Durch ein kurzes mehrmaliges Übersprühen der Pflanzen mit Wasser kann die nötige Luftfeuchtigkeit an trockenen Tagen erreicht werden. Erfolgt der Einsatz im Glashaus, kann die Raubmilbe an heißen Tagen durch Schattierungsmaßnahmen unterstützt werden.

Weiße Fliegen (Aleyrodidae)

Sowohl drinnen als auch draußen trifft man sie an, und sie sind kaum zu übersehen, wenn sie eine Pflanze einmal besiedelt haben: die Weißen Fliegen, auch Mottenschildläuse genannt. Ein weibliches Tier legt im Lauf seines Lebens bis zu 500 Eier ab, aus denen die gelblich-grünen Larven schlüpfen. Zunächst sind diese Larven beweglich, setzen sich jedoch bald an den Zellbahnen der Blätter fest und saugen den Saft aus der Pflanze. Zuerst zeigen sich kleine gelbliche Flecken auf den befallenen Pflanzenteilen, die sich rasch vergrößern. Außerdem siedeln sich auf den klebrigen Ausscheidungen der Larven in kurzer Zeit Rußpilze an. Die Blätter wirken dann wie von einem schwarzen Belag überzogen und sind nicht mehr zu retten.

Nützliche Gegenmittel: Gelbtafeln (Leimtafeln), auf denen die Insekten kleben bleiben, erhöhte Luftbewegung, Neudosan, Neem und Promanal im Wechsel spritzen.

Nützlings-Porträt: Die Schlupfwespe (Encarsia formosa)

Die Schlupfwespe ist ein Nützling, der gegen Weiße Fliegen gleich zwei Waffen auffährt:
Junge Puppen werden von Encarsia angestochen und ausgesaugt.

Ältere Puppen werden von Encarsia parasitiert. Diese färben sich nach zehn Tagen schwarz, und nach weiteren zehn Tagen schlüpft aus der verfärbten Puppenhülle anstatt der Weißen Fliege eine Schlupfwespe.

Weibchen, die hauptsächlich vorkommen, haben einen schwarzen Kopf-Brustteil mit gelbem Hinterleib, während Männchen schwarz gefärbt und sehr selten anzutreffen sind. Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Weißen Fliegen sind Durchschnittstemperaturen von mindestens 17 Grad Celsius im Pflanzraum erforderlich. Die Lichtstärke sollte mindestens 5.000 Lux betragen, was in einer Hanfplantage kein Problem sein dürfte.

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