Marokko

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Hinreise

Es kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht, von Mitteleuropa nach Marokko zu gelangen. Per Flugzeug, per Bus oder Bahn, mit dem eigenen PKW und der Fähre. Flüge gibt es schon für etwa 700 Mark – meistens nach Casablanca, von wo man günstig in alle anderen Regionen des Landes weiterfliegen kann. Die Einreise in den Flughäfen ist unproblematisch. Wie teuer die Anreise auf dem Land- und Seeweg wird, hängt davon ab, welchen europäischen Fährhafen man wählt. Es kommen verschiedene spanische, französische und marokkanische Hafenstädte in Betracht. Am günstigsten ist die Fähre von Algeciras nach Tanger, bedeutet aber den längsten Anfahrtsweg.

Ausreise – Grenze – Zoll

Recht riskant ist mittlerweile generell jeder Versuch, Haschisch mit dem Auto via Spanien aus Marokko heraus zu schmuggeln. Es gibt auf beiden Seiten keinen Zöllner, der nicht auf den “Ameisenschmuggel” (BKA-Ausdruck) spezialisiert wäre. Tatsache ist, dass viele marokkanische Haschisch-Produzenten mit dem landeseigenen Zoll prächtig zusammenarbeiten, ihre Kunden verraten und den Stoff zurückbekommen. Wer’s trotzdem probiert, … – ich hab’s nicht empfohlen!

Bei Reisen mit dem Flugzeug zwischen Marokko und Deutschland gibt es (komischerweise) keine besonderen Kontrollen. Tagesausflügler von den Kanarischen Inseln dagegen scheinen bei ihrer Rückkehr von den spanischen Zollbeamten als potenzielle Haschisch-Schmuggler angesehen zu werden.

Zero-Zero, Sputnik & Hühnerscheiße

Hanf-Pflanzen wie auch Marihuana werden im Lande kif genannt. Traditionell ist kif fein zerkrümeltes Gras, welches noch heute überwiegend von den Alten in Sebsis, langstieligen Holz-, Stein- oder Blechpfeifen geraucht wird. Die Jüngeren bevorzugen das – zumindest meistens – viel potentere al-haschisch, auch chira, sadda, tedrika, makhlif, oder resin (aus dem Französischen für “Harz”), genannt.
Zero-Zero und Sputnik sind alte Handelsbezeichnungen und galten einst als Inbegriff feinsten marokkanischen Haschischs. Heute wird von den Händlern erstmal jeder Dreck als Zero-Zero angeboten.

Man sollte sich nicht scheuen, angebotenes Haschisch abzulehnen und nach besserer Qualität zu fragen. Wer sich beim Probe-Piece schon als Ignorant erweist, der scheint natürlich ein dankbares Opfer zu sein. Manche Verkäufer testen ihre potenziellen Kunden geradezu mit ausgesprochen schlechter Ware. Sachverstand kann man zeigen, wenn man sich die Worte Premier (Hasch aus erster Siebung – beste Qualität) oder Deuxième (zweite Siebung – immer noch gut) angewöhnt. Das sind in Marokko die gebräuchlichsten Bezeichnungen für Qualitätsdope.

Übrigens: Gutes Hasch ist schwierig zu flocken und lässt sich nach dem Erhitzen besser zu kleinen Würsten rollen. Als weiteres Kennzeichen für gute Qualität erhitze man eine Ecke Dope mit dem Feuerzeug und prüfe, ob sich nach einer Weile brodelnde Blasen an der Oberfläche bilden. Wenn ja, enthält das Material viel Harz und ist mindest ein Deuxième. Haschisch aus der dritten Siebung verkohlt bei langem Erhitzen. Die Erhitz-Methode ist eine einfache Möglichkeit, Material für alle sichtbar zu testen, und beeindruckt normalerweise Händler wie Bauern.

Aber keine Sorge. Es gibt auch noch vierte und fünfte Siebungen, in die alles hineingedroschen wird, was in der Scheune herum liegt, inklusive Bodendreck und Hühnerscheiße.

Wer viel Glück hat, findet in Marokko auch schwarzes Dope, T’besla M’nockay genannt. Haschisch von Premier-Qualität wird unter mäßigem Erhitzen solange von Hand geknetet, bis eine hochelastische schwarze Masse übrig bleibt. Diese wird, zu Platten oder Laiben geformt, unter Luftabschluss mehrere Wochen oder Monate gelagert, wobei das Haschisch einen typischen Afghani-Geschmack annimmt. T’besla M’Nock-ay rauchen die Marokks am allerliebsten selbst, ist rar und das Teuerste, was man erstehen kann.

Es wird auch Hasch-Öl hergestellt. Mir ist bei meinem letzten Aufenthalt aber nie welches angeboten worden – habe aber auch nicht danach gefragt.

Anbaugebiete

Mindestens 50.000 Hektar Hanf befinden sich traditionell in dem vom Armut geprägten Rif-Gebirge im Norden des Landes. Vereinzelte Kulturen stehen wohl auch im Hohen Atlas. Die Erntezeit erstreckt sich von Juli bis September, wobei die Bauern bemüht sind, spätestens zum Einsetzen des Herbstregens (Ende September bis Mitte Oktober), die Ernte eingeholt zu haben. Ein Kilo von durchschnittlicher Qualität kostet um die 200 bis 300 Mark, beste Sorten einiges mehr.

Professionelle Haschisch-Einkäufer haben natürlich seit Jahren die gleichen Geschäftspartner, was ihnen Vorteile in Preis und Qualität einbringt. Im Preis meistens inbegriffen: der Einbau der Ware im mitgebrachten Fahrzeug. Es gibt keinen Platz im Auto, in dem sich kein Haschisch verstecken ließe: im Feuerlöscher, im Ersatzrad, im Tank – alle Verstecke sind den spanischen und marokkanischen Grenzbeamten bestens bekannt.

Da das Schmuggeln größerer Mengen ein immer größeres Risiko geworden ist, bieten manche Händler sogar einen Lieferservice, frei Haus via Amsterdam nach Mitteleuropa, an. Zusatzkosten: rund 5.000 Mark pro Kilo.

Die Hauptschmuggelrouten befahren die Fähren zwischen Tanger oder Ceuta nach Algeciras (Spanien), von Melilla nach Malaga und Almeria, des weiteren die Schiffe von Tanger nach Sète in Süd-Frankreich. Die marokkanischen Handelszentren sind Ketama, Chefchaouen, Fès, Tanger, Tétouan und Casablanca.

Sprache

Landessprache ist Arabisch. Französisch wird von jedem gesprochen und hilft einem Reisenden überall weiter. Ebenso sprechen viele Marokkaner Spanisch (im Norden des Landes beinahe jeder). Händler von Touristen-Krimskrams wie von Haschisch sind sprachliche Multitalente und beherrschen auch einen Basiswortschatz in Englisch, Deutsch und Holländisch. Wer sich ein paar Worte Arabisch aneignet, erntet mit Sicherheit einen Haufen Sympathie.

Ein sehr beliebtes Kosewort für Haschisch ist in ganz Nordafrika habibabli, was aber nichts über die Qualität des Materials aussagt, sondern lediglich seine Beliebtheit zum Ausdruck bringt. Habibabli heißt Schätzchen …
Chalili traquil heißt, “Lass mich in Frieden”. Das war der erste Satz, den ich auf arabisch gelernt habe.

Bakschisch ist ein weiteres wichtiges Wort, das vor allem von Poizisten verstanden und gern gehört wird.

Sekran heißt besoffen und ist das, was man in der Öffentlichkeit nicht sein sollte. Gerade weil Alkohol im Islam verpönt ist, betrinken sich Marokkaner allzu gerne, ziehen sich dafür aber in die eigenen vier Wände zurück. Während Betrunkensein das Unpässlichste ist, was einem in Marokko einfallen kann, wird man bei allzu roten Augen auf mildes Verständnis der Einheimischen stoßen.

Wisst ihr, was ein “Nchaioui” ist?

Ein “Nchaioui” ist ein Individuum und hat generell eine starke psychopathische Persönlichkeit, die so völlig von Cannabis abhängt, dass im Wesentlichen alle Stunden des Wachseins damit verbracht werden, es zu präparieren und es zu sich zu nehmen. Er ist der Grundcharakter im Repertoire des Geschichtenerzählers, vielleicht eine vergleichbare Variante zu Abu Nowas aus Tausendundeiner Nacht, dessen Geschmack und Kapazität für jede Form von Cannabis endlos war. Manchmal wird er auch ein “Hacheichi” genannt. (Aus: Paul Bowles, Mohamed Mrabet: “Marokkanische Haschischgeschichten”, Werner Piepers MedienXperimente, Löhrbach)

Rechtliche Situation

Seit 1954 Verbot (durch die Franzosen am Vorabend der marokkanischen Unabhängigkeit) der Herstellung von und des Handels mit Haschisch. Anbau legal.
Für Transport und Schmuggel theoretisch lange Haftstrafen. Polizei sehr geschäftstüchtig und nicht nur im und ums Rif-Gebirge herum am Handel in irgendeiner Form involviert. Viele Polizisten kiffen selbst und könnten ohne Korruption kaum ihren Lebensunterhalt verdienen.
Generell hat ein Ausländer, der sich – wie auch immer – nicht gesetzeskonform verhält, im Vergleich zu einem Polizisten, dem jenes aufgefallen ist, eher die schlechteren Karten. Wobei mir kein Fall bekannt ist, bei dem jemand wegen fünf oder zehn Gramm Shit in Marokko zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden wäre.

Kleine Haschisch-Sünden werden fast generell auf privater Basis mit dem Polizeibeamten direkt vor Ort erledigt und die größeren sind wohl am sichersten, wenn die zuständigen Beamten von Anfang an eingeweiht und bezahlt sind.

Sicherheit

Für Männer ist Marokko ein relativ sicheres Reiseland (allein reisende Frauen haben mir leider anderes berichtet). Wie in allen muslimischen Ländern rege, ja manchmal unerträgliche Geschäftstüchtigkeit von Straßen- und Bazarverkäufern. Wird Hasch nicht direkt angeboten (wie zum Beispiel in penetranter Weise in Tanger oder Ketama …), so bietet es doch jeder Zweite zumindest unter der Hand an.

Bei den kleinen Straßenhändlern besteht kaum Gefahr, an einen Spitzel zu geraten. Diese arbeiten überwiegend im Rif mit Haschisch-Produzenten und Polizei gleichzeitig zusammen – man könnte sie fast als eine Art Makler bezeichnen – und haben es auf kleinere oder auch größere europäische Schmuggler abgesehen, die sich bevorzugt in der Gegend von Ketama eindecken.

Die Hauptstraße von und nach Ketama ist die beliebteste Polizei-Kontroll-Route der Welt. Es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem sie nicht irgendwo auf ein Opfer warten. Busse werden meistens durchgewunken oder oberflächlich gecheckt. Die Suche nach Drogen beschränkt sich überwiegend auf Fahrzeuge mit europäischen Kennzeichen.

Wer nicht das Glück oder das Geld hatte, bei einer Verhaftung die Beamten zu bestechen, gerät unweigerlich in die marokkanischen Gesetzesmühlen, die von Willkür und zäher Langsamkeit gekennzeichnet sind.

Pech übrigens auch, wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Denn während sich Länder wie Spanien und Frankreich um ihre Landsleute in marokkanischen Gefängnissen kümmern und beispielsweise beim König Gnadengesuche einreichen, lässt die deutsche Regierung ihre Leute ziemlich im Regen stehen. Lediglich die deutsche Botschaft in Marokko ist angewiesen, einsitzenden Landsleuten Beistand zu leisten. Wenig erfolgreich, vor allem dann nicht, wenn keine finanziellen Garantien von Verwandten zu Hause vorliegen.

Munchies?

Blutzucker-Spiegel gesunken? Heißhunger? In Marokko lassen sich wahre Fressorgien veranstalten! Fleisch, Fisch, Gemüse, Hirse, Reis und eine Vielzahl an Saucen, dazu ein reiches Sortiment an Süßigkeiten. Überhaupt: Ohne Zucker geht so gut wie nichts.
Nationalgetränk ist Pfefferminz-Tee, chay bä-nä-nä. Überall für ein paar Pfennig erhältlich, gnadenlos süß, aber erfrischend und magenberuhigend.

Gesundheit

Impfungen sind keine vorgeschrieben. Wer viel auf Reisen in südlichen Ländern ist, sollte eine Hepatitis-A- und -B-Impfung in Erwägung ziehen. Cholera und Typhus sind nicht weit verbreitet und flammen nur noch selten auf. Ein Malariarisiko besteht praktisch nicht.
Das Hauptgesundheitstrisiko ist Haschraucher-Husten. Daneben kommen vor allem während der ersten Reisetage häufig Darmbeschwerden in Form von meist leichten Durchfällen vor, wobei ein kausaler Zusammenhang zwischen Angst vor Durchfall und Anfälligkeit dafür besteht. Generell sollte man natürlich bei Fleisch und Fisch darauf achten, dass es gut durchgebraten oder gekocht ist, und Leitungswasser nicht trinken.

Billighotels beheimaten mitunter allerlei Ungeziefer und Getier: Wanzen, Flöhe und Motten.
Die Gefahr, sich beim Haschisch-Essen mit Hepatitis oder anderen Krankheiten zu infizieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Haschisch sollte vor dem Verzehr – auch wegen der Wirkung übrigens – kräftig erhitzt werden. Besser ist auf jeden Fall, es zu Keksen oder Ähnlichem zu verarbeiten.

Eine andere Gefahrenquelle ist der Straßenverkehr. Auf Fußgänger scheinen die allermeisten Autofahrer keinerlei Rücksicht zu nehmen. Auch so mancher Bus schien mir nur sehr eingeschränkt fahrtauglich.

Die größte gesundheitliche Gefahr aber ist, in ein Gefängnis zu geraten. Im Knast von Tanger beispielsweise hausen nach einem Bericht des dort inhaftierten Niederländers Eelco Onnekink auf 30 Quadratmetern 23 Gefangene. Sie müssen auf dem Fußboden schlafen, und im Winter weht ein eisiger Wind durch die Gitterstäbe der Zellen. Das Essen und die hygienischen Bedingungen sind völlig unzureichend. Alles in allem schlechte Voraussetzungen, unbeschadet nach ein paar Jahren nach Hause zu kommen.

Wetter

Was den Haschbauern recht ist, muss einem Reisenden noch lange nicht gefallen. Marokko kann unerträglich heiß sein. Vor allem im Süden des Landes und flachen Wüstengebieten sind über 40 Grad keine Seltenheit. Glücklicherweise ist die Luft furz-trocken und so lassen sich die Temperaturen wenigstens im Schatten mit Kif und Chay recht gut ertragen. Für Wanderungen in der prallen Sonne ist ein Kopfschutz absolutes Muss! Nachts wird es dagegen in den Wüstengebieten empfindlich kalt. Je tiefer im Landesinnern, um so empfindlicher. Die Nordküste hat mediterranes Klima mit milden Wintern und heißen Sommern, hier sind auch die Nächte angenehm temperiert. Regenzeit ist September bis Dezember, keine schöne Reisezeit. Im Rif-Gebirge um Ketama ist es das ganze Jahr kühler als im Rest des Landes. Der Herbst ist ungemütlich nasskalt, die Winter können sogar Frost und Schnee bringen, enden aber bereits im Februar. Dann ist es Zeit, die neue Saat auszubringen.

Tops & Flops

Obwohl es eine wunderschöne Stadt ist, fühlte ich mich in Tanger nie recht wohl. Da, wo sich viele Tagestouristen aufhalten, ist der Rip-Off am allergrößten und die Gefahr, an einen Spitzel zu geraten, allgegenwärtig.

Ich habe generell die Erfahrung gemacht, dass man sicherer lebt, wenn man die Leute anspricht, als sich gierig und allzu leichtfertig auf Gestalten zu verlassen, die einen auf offener Straße ansprechen.

Eine große Portion Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl ist vonnöten, um in Tanger nicht abgelinkt zu werden. Gerne wird versucht, an naive Touristen üblen Plattendreck zu verhökern. Hier gibt es für teures Geld das schlechteste Material, welches das Land herzugeben hat – und wenn man besonders Pech hat, wartet um die Ecke der Polizeibeamte und kassiert. Die Hasch-Händler Tangers sind das Abgezockteste, was mir je untergekommen ist.

Und dann natürlich dieses Ketama. Vom Flair der 70er und 80er Jahre ist nichts, aber auch rein gar nichts mehr übrig geblieben. Mitglieder der haschverkaufenden Familien-Clans fallen redeschwallend Hasch anbietend über einen her, sobald man einen Fuß vor die Türe des Busses gesetzt hat oder mit seinem Auto am Ortseingang stehen bleibt. Sie lassen einen selbst im Hotelzimmer nicht in Ruhe – es sei denn, man wohnt für sündhaft viel Geld in einem der inzwischen angesiedelten Nobelhotels.

Dort treten die Geschäftsleute als feine Herren auf und verchecken nicht bloß ein paar Kilos.
Aber eigentlich herrscht in Ketama das Flair des Wilden Westens, gekreuzt mit Chicago anno 1930.

Adrette Kundenfänger patrouillieren bevorzugt in Daimler-Dieseln, mit einem fetten Bodyguard, Marke schwachköpfiger Totschläger, sowie einem immerhin des Autofahrens mächtigen Chauffeur über die Hauptstraße und klappern die Absteigen und sonstige Etablissements nach Kundschaft ab.

Natürlich sind sie bewaffnet, und irgendwie rechnet man jederzeit mit einem Schuss, der allerdings sehr selten fällt. Es wirkt naiv, ja fast albern, wie in Ketama Al Capone und Konsorten imitiert werden.

Die Akquisition der Kunden übernehmen bei vielen Familien übrigens die ältesten Söhne, die die beste Ausbildung und sehr gute Sprachkenntnisse haben.

Besser aufgehoben fühlte ich mich in Azila, einem Vorort Ketamas, am Rande einer riesigen Hanfplantage. Die Leute waren sehr gastfreundlich, rechnen allerdings fest damit, dass man wegen Geschäften zu ihnen auf Besuch ist und nicht bloß die Felder bestaunen möchte.
Spätestens, wenn man bei einer Haschbauern-Familie im Hause sitzt, Pfefferminztee trinkt und das angebotene Haschisch raucht, ist man mitten in Geschäftsverhandllungen und sollte sich nicht über schlagartig nachlassende Freundlichkeit wundern, wenn man den Bauernhof ohne einen Abschluss verlässt.

Ein kleines Geldgeschenk, für die entstandenen Auslagen, können in solch einem Fall die Gemüter aller Anwesenden drastisch beruhigen.

Mein absoluter Lieblingsort in Marokko ist allerdings Chefchaouen, ein paar Busstunden nördlich Ketamas gelegen. Es waren meine schönsten Stunden, bei Sonnenuntergang auf einem Hoteldach in Chef zu sitzen, Tee zu trinken und mit den hoteleigenen Kleindealern (im wahrsten Sinne des Wortes) scherzend einen Qualitätstest nach dem anderen durchzuführen, während der Muhedzzin Allah preist und der kühle Abendwind von den Bergen herunter weht.

Chefchaouen bietet für jeden Geschmack etwas: arabisches Bazargewimmel, maurische Architektur, viele Hotels und Restaurants. Dazu ist es eines der wichtigsten Handelszentren für die einzige Ware, die es hier ernsthaft zu handeln lohnt. Hunderte von Tonnen Haschisch werden jährlich durch Chefchaouen geschleust, oder zumindest vermittelt. Der Handel damit hat Chefchaouen relativ wohlhabend gemacht, das ist spürbar. In Chef geht es etwas weniger link zu als im Rest des Landes.

Die Polizei ist zwar optisch sehr präsent, frönt aber eher der gepflegten Faulheit und lässt sich von den Haschhändlern bestechen. Ausländer lassen sie gewöhnlich in Ruhe, bringen sie doch schließlich das in die Stadt, um das sich alles dreht: Geld.

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