Rauchen Sie noch Tabak?

Rauchen tabak

Gegen die europäische Unart, Hanf mit Tabak zu mischen …

Rauchen Sie noch Tabak? Gehören Sie noch zu jenem Millionenheer von Nikotinsklaven, die sich von dieser Gewohnheit eigentlich schon längst verabschieden möchten, es aber nie so recht schaffen – oder sind Sie schon ins Lager der Zyniker übergewechselt, die uns mit Mark Twain und Bronchialgewalt eins husten: Nichts leichter, als sich das Rauchen abzugewöhnen, ich hab’s schon 200 mal geschafft – ??? Wie auch immer – für alle, die sich um den Abschied vom Tabak noch herumdrücken, ist die Rettung durchaus nah – die Rede ist von dem Bestseller-Ratgeber des Engländers Allen Carr: “Endlich Nichtraucher”, nach dessen Lektüre selbst hartgesottene Vulkane einfach das Qualmen einstellen. Es steht, und das ist das Erstaunliche, gar nichts Besonderes in diesem Buch, jedenfalls nichts, was man über Rauchen und Sucht nicht schon gewusst hätte oder irgendwo schon mal gehört.

Und doch gelingt es dem Autor, der einst selbst 100 Zigaretten am Tag durchzog, die allseits bekannten Fakten über die Droge Tabak und den Suchtstoff Nikotin so aufzubereiten, dass am Ende eine positive Gehirnwäsche herauskommt. Eine Neuprogrammierung des Bewusstseins darüber, dass die Vorteile des Tabaks quasi gleich Null sind, die Nachteile aber erheblich und auf Dauer substantiell und dramatisch. Und dass es kein Verzicht ist, sondern ein Vergnügen, den Tabak wegzulassen. Auch und gerade beim Joint, dessen europäische Machart – Tabak plus Hanf – jedem amerikanischen Freund nur strengstes Kopfschütteln darüber entlockt, wie man ein gutes und antörnendes Kraut mit so einer miesen, süchtig machenden Substanz vermischen kann.

Der Gedanke, dass es gar kein Verzicht, kein Entbehren und Entsagen ist, den Tabak wegzulassen, sondern eine Belohnung, etwas, das mir gut tut – dieser Gedanke war mir in den ersten Tagen, wenn die Macht der Gewohnheit wiehernd nach einer Kippe suchte, am hilfreichsten. Auf Ersatzstoffe ganz zu verzichten & allein dieser positiven Selbstprogrammierung zu trauen – wie es Allen Carr empfiehlt – gelang mir allerdings nicht: Kaugummis für die orale Erste Hilfe waren immer griffbreit und haben sich als nützlich erwiesen. Ebenso wie die diversen Kräutermischungen wie “Knaster”, die echt zum Abgewöhnen schmecken und so erbärmlich stinken, dass man sie in Gesellschaft kaum rauchen kann, aber sie können im Notfall helfen, nicht rückfällig zu werden – man raucht und raucht doch nicht und stellt plötzlich fest, worum man zuvor in seiner Nikotin-Sucht soviel Rauch gemacht hat: um Nichts. Natürlich ist dieses Nichts mit schweren Projektionen aufgeladen.

Man findet als Raucher immer tausenderlei Gründe, warum es jetzt ein kleiner Nikotin-Flash sein muss. Tatsächlich aber ist der Nikotin-Rausch öd und leer – ein nichts, dessen scheinbare Sensationen vom Gehirn selbst programmiert sind. Wer an seinem Tabakgenuss noch Vergnügen hat, wird von diesem Buch nicht davon abgehalten werden – wer aber den Hals gestrichen voll hat, kann sich hier den letzten Kick holen, diesen überflüssigen Unfug endlich zu lassen. Und auch den Hanf in Zukunft so zu sich zu nehmen, wie er es verdient: nur pur!

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